Es ist soweit – wir werden 90. Also Folgen alt, nicht Jahre, dennoch haben wir zur Feier des prime time Samstages eine XXL-Folge zubereitet, die Leib und Seele verzückt. In einem extratiefen Transteil wagen wir uns über Ricks transnormalen Alltag hinaus und hinein in das Warum desselbigen. Der ist nämlich nach wie vor von der Wichtigkeit des Geschlechtsthemas gerade zu belagert, obwohl er schon in Kindertagen meinte, dass diese Kultur ein viel zu großes Tamtam darum macht und Grenzen in deine Selbstbestimmung zieht, die da eigentlich nicht sein müssten. Die Grenzen sind heute verschoben, sind trotzdem noch da und das Tamtam auch, nur in neuem Gewand. Die Räume, in denen du einfach mal »sein« kannst, werden derweil kleiner und kleiner … und kleiner.
Nach der Werbung widmen wir uns dann dem allgemeinen Pandemie- und Krisenblues, der ja auch noch in unserem Alltag dudelt und der es so schwer macht, sich draußen im öffentlichen Gebaren ein bisschen Wärme voneinander abzuholen. Sogar mit Lösungsansätzen! Also schaltet ein:
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Rette sich wer kann, die Queerdiskurslawine rollt! Rick und Maik schweben über der cumulus discursus, einer eigenwilligen Sprachentität, die im Internet, zuvorderst den sozialen Medien, entstanden ist, und fragen: Tut die eigentlich noch, was sie ursprünglich sollte? Menschen ihre persönliche Entwicklung, Freiheit sowie Selbstbestimmung erkämpfen und vor allem – Gemeinschaft stiften?
Im Transteil fängt alles mit einer harmlosen Theaterbesprechung an. Wenn das Internet mitbekommen hätte, was darin passiert ist … au weia. So schlimm war’s aber gar nicht, findet Rick, deswegen wechselt er in den Metamodus und eine Odyssee durch die undurchsichtigen Analen der Diskurswolke beginnt. Aus diesem grauen, moshpithaften Etwas schießt mittlerweile nämlich so viel Hass heraus wie hinein, dass er mittlerweile selbst denen an den Kopf fliegt, die eigentlich davor geschützt werden sollen. Die Emotionen kochen, die Positionen werden steinhart und diese Folge fragt: Ist das noch … gut?
Passend dazu: Das Thema Labels im Philosophieteil. Derer gibt es inzwischen so viele, das hinter ihnen langsam die Individuen verblassenen, die sie eigentlich sichtbar machen wollen. Auch aus der grauen Wolke des Diskurses rieseln sie unaufhörlich, aber ungeachtet aller Vorteile, die sie bringen: Wäre es nicht schön, sich in eine Welt hinein zu diskutieren, in der sie keine wichtige Rolle mehr spielen, und alle einfach leben können, wie sie selbst es wollen und bestimmen? Ohne Kommentare oder Wenn und Aber. Brauchen unsere Debatten einen next Level Shift? Damit wir sie irgendwann endlich begraben und einfach alle gemeinsam in Ruhe und Freundschaft miteinander werden, reden und wachsen können? Eine Antwort darauf haben Rick und Maik nicht, wie auch, aber sie arbeiten dran. Und zwar hier:
Rick und Maik sind Teil eines literarischen Kollektivs und das sucht Texte für das Festival 48 Stunden Neukölln. Es wird eine große Sause geben und für die braucht es noch EINSENDUNGEN! Texte, Stücke, Lieder, Performance und und und. Und eure Lieblingstransphilosophen sind mit von der Partie. Näheres dazu erfahrt ihr bei Instagram @dickc.lit und im Tagesspiegel. In diesem schrieb Robert Klages folgendes:
Aufruf an Künstler:innen. Wer von euch hat Lust, seine eigenen literarischen Texte vorzulesen? Mein queer-feministisches Lesekollektiv „Dickc.Lit“ sucht lesende Autor:innen für eine Lesung während des Kunstfestivals „48 Stunden Neukölln“ vom 24. bis 26 Juni – und zwar viele. Location: Altes Finanzamt. Meine Projektidee „48 Stunden Lesen“ wurde von den Veranstalter:innen des Festivals angenommen, mein Förderantrag für das Projekt vom Bezirksamt Neukölln allerdings leider abgelehnt. Deswegen bekommt niemand Geld, sorry!
Ich freue mich auf Nachrichten von euch. Texte bitte per Mail an 48hLesung@gmail.com.
Quelle: Tagesspiegel. Dort findet ihr den gesamten Ausschreibungstext.
Und zum Schluss noch das kleingedruckte Handaufhalten:
You like us very, very much? Damit wir weiterhin labern können, ohne uns die finanzielle Zukunft zu verbauen, gib uns doch z.B. ’n Käffchen auf ko-fi.com aus oder unterstütze uns regelmäßig auf Patreon, da gibt’s dann sogar krasse Bonusfolgen oben drauf. Oder willst du sogar für ein Folgen-Thema abstimmen? Alles kein Problem. Klicke einfach irgendwo hier, wenn du magst:
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